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Rechte von Klimaflüchtlingen
Klima

Rechte von Klimaflüchtlingen

Für Klimagerechtigkeit und die Rechte der Leidtragenden der Klimakrise

Weltweit leiden arme und schutzlose Menschen am meisten unter extremen Wetterereignissen, obwohl sie selbst am wenigsten zur Erderwärmung beitragen. Überflutungen, Stürme und Dürren zwingen sie dazu, ihre Heimat zu verlassen. Doch nach internationalem Recht werden sie nicht als Flüchtlinge anerkannt.

FLUCHTZAHLEN STEIGEN WELTWEIT

Die Klimakrise ist nicht nur eine Umwelt- sondern auch eine Menschenrechtsproblematik. Seit 2008 wurden im Schnitt jährlich 21,7 Millionen Menschen infolge extremer Wetterereignisse in die Flucht getrieben - das entspricht 41 Menschen pro Minute.

Wir geben schutzbedürftigen Gemeinschaften eine starke Stimme und kämpfen für ihren internationalen Schutz:

  • Wir fordern alle Länder auf, das Pariser Klimaabkommen von 2015 rasch und vollständig umzusetzen. Die Reduzierung unserer Emissionen hat dabei absolute Priorität. Nur so können wir das Ziel eines Temperaturanstiegs unter 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau noch erreichen.
  • Wir fordern den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Umwelt auf, die Folgen des Klimawandels im Zusammenhang mit der menschlichen Mobilität zu untersuchen, zum Schutz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen beizutragen und internationale Maßnahmen zur Bekämpfung der klimabedingten Vertreibung einzuleiten.
  • Deutschland und die EU müssen eine internationale Führungsrolle einnehmen, indem sie massiv in Maßnahmen für den Klimaschutz investieren und ein internationales, verbindliches Abkommen über die rechtliche Anerkennung und den Schutz von Klimaflüchtlingen schaffen. Denn Klimaflüchtlinge haben keinen internationalen Anspruch auf Schutz oder Unterstützung. Bestehende Gesetze, wie die Genfer Konvention von 1951 zum Schutz derer, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, greifen für sie nicht.

WAS IST KLIMAFLUCHT?

EJF definiert Klimaflüchtlinge als "Personen oder Personengruppen, die aufgrund plötzlicher oder fortschreitender klimatischer Umweltveränderungen, welche sich negativ auf ihr Leben oder ihre Lebensbedingungen auswirken, gezwungen sind, ihr gewohntes Zuhause vorübergehend oder dauerhaft zu verlassen und entweder innerhalb ihres Landes oder ins Ausland ziehen müssen."

GOBALE KLIMAGERECHTIGKEIT

Kein Land ist sicher vor den Auswirkungen der Klimakrise. Doch es sind die Ärmsten der Welt, die am stärksten von ihnen betroffen sind. Während die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDCs) nur 1% der globalen Emissionen verursachen, verzeichnen sie 99% der Todesfälle durch klima- und wetterbedingte Katastrophen.

Wir haben uns zur zentralen Aufgabe gemacht, die Problematik bis auf die höchsten Regierungsebenen zu tragen:

  • Von den indigenen Völkern der Arktis, über die ländlichen Gebiete Bangladeschs bis in die Flüchtlingslager Kenias und Jordaniens – mit unserer Arbeit dokumentieren wir die Geschichten der Menschen, die schon heute die Folgen der Klimakrise spüren.
  • Wir erstellen regelmäßig fundierte Berichte und Positionspapiere, die wir für unsere weltweiten Kampagnen nutzen.
  • Um die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema unserer Zeit zu sensibilisieren, produzieren wir eigene Videos und Filme, die wir auf Wunsch gern zur Verfügung stellen.

Noch vor zehn Jahren war das Konzept der Klimagerechtigkeit im globalen Diskurs weitgehend unbekannt oder wurde gänzlich ignoriert. Seit wir daran arbeiten, ein internationales Bewusstsein für die Not von Klimaflüchtlingen zu schaffen, hat das Thema internationale Aufmerksamkeit erlangt. Mittlerweile wird der Begriff von Regierungen, UN-Gremien und Medien auf der ganzen Welt verwendet.

Der Klimawandel ist der Schlüsselfaktor, der alle anderen Treibkräfte für Flucht beschleunigt. [Klimaflüchtlinge] sind keine Migrant*innen in dem Sinne, dass sie freiwillig migrieren. Als Vertriebene, die nicht in das Schutzsystem für Flüchtlinge fallen, befinden sie sich in einer rechtlichen Lücke.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen

RUND 99%

der Todesfälle durch Klimakatastrophen werden in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt registriert

DEUTSCHLAND MUSS VORREITERROLLE EINNEHMEN

Deutschland ist als einflussreicher internationaler Akteur aufgefordert, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einzunehmen und ein verbindliches und ambitioniertes Klimaschutzgesetz zu verabschieden. Das im Oktober 2019 von der Bundesregierung vorgelegte Klimaschutzgesetz kommt dem leider nicht nach.

Wie die Klima-Allianz – einer unserer wichtigsten Partner – zutreffend feststellt, hat die Bundesregierung es leider versäumt, ein ambitioniertes Gesetz und Klimapaket vorzulegen und somit die Chance verpasst, ihrer internationalen Vorreiterrolle gerecht zu werden. Die Bundesregierung, genau wie alle internationalen Akteure müssen anfangen zu verstehen, dass aktiver Klimaschutz den Schutz von Millionen von Menschen bedeutet und zu globaler Klimagerechtigkeit führt.

RISIKO

Die Klimakrise ist die zentrale Bedrohung für Umwelt, Frieden, Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert

Wir sind nur 1,5 Meter über dem Meeresspiegel. Ein Anstieg darüber würde alles, was uns umgibt, zerstören und die Malediven auslöschen. Wir haben ein Recht auf Leben.

Mohamed Nasheed, früherer Präsident der Malediven

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